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Diagnostik

Klinische Diagnostik

Die übliche Untersuchung des Fußes ist obligat, folgende Untersuchungen und Tests sind speziell empfehlenswert:

Inspektion

  • Beurteilung der Schwellung, Hämatom am OSG/Fußaußenrand
  • Beurteilung des Gangbildes

Palpation

  • Außenknöchel
  • Bandverlauf, Gelenkkapsel
  • Syndesmose
  • Peronealsehnenloge
  • Innenknöchel, Verlauf des Lig. deltoideum
  • Subtalar- und Calcaneocuboid-Gelenke, Tuberositas des Os metatarsale V (Hellpapp’sche Supinationslinie)

Spezifische Funktions- und Schmerztests

Stabilitätsprüfung: Schubladentest, laterale Aufklappbarkeit im Seitenvergleich (evtl. hörbares Anschlagphänomen bei der Reposition)

Die Präzision der Diagnose erhöht sich bei schmerzhafter Untersuchung durch vorherige Lokalanästhesie des N. suralis und des N. peroneus superficialis bzw. durch Untersuchung im Intervall (4-7 Tage nach dem Unfall). Letztere weist beim erfahrenen Untersucher eine Spezifität von 84% und eine Sensitivität von 96% auf.  Allerdings greift eine Untersuchung nach mehreren Tagen durch die Stressbelastung der Bandstrukturen potentiell negativ in die bereits ablaufenden Heilungsvorgänge ein was für die initiale Untersuchung sicher nicht zutrifft.

Von uns entwickelter Diagnosealgorithmus zur sicheren Diagnose einer OSG Außenbandverletzung:

VIDEO >> Korrekte klinische Untersuchungstechnik der lateralen Aufklappbarkeit des oberen Sprunggelenks.

VIDEO >> Korrekte klinische Untersuchungstechnik des Schubladentest bzw. Talusvorschub.

VIDEO >> Korrekte klinische Untersuchungstechnik der lateralen Aufklappbarkeit des unteren Sprunggelenks.

Prinzip der Lokalanästhesie zur Erhöhung der Spezifität der klinischen Prüfung der OSG Außenbandstabilität.  Dabei werden der N. peroneus superficialis und der N. suralis durch eine einzige Infiltration im blauen Bereich betäubt.  Dadurch wird die gesamte Schmerzempfindung um 90% reduziert.

Apparative Diagnostik

Notwendige apparative Untersuchungen

  • Röntgen OSG a.p. (20° Innenrotation=“Mortise view“) und seitlich
  • Beurteilungskriterien: Frakturen, frische oder veraltete knöcherne Bandausrisse, osteochondrale Frakturen, Arthrosezeichen

Im Einzelfall nützliche apparative Untersuchungen:

  • Gehaltene Röntgenaufnahmen a.p. und seitlich in Lokalanästhesie.  Wir verwenden kein Haltegerät sondern halten selbst manuell.  Dies hat den Vorteil, dass die Untersuchung wesentlich schmerzärmer ist.  Dadurch werden muskuläre Schutzreflexe vermieden, die das Untersuchungsergebnis wesentlich verfälschen können.
  • Beurteilungskriterien: Talusvorschub, Taluskippung, Seitenvergleich (beim Verdacht auf chronische Instabilität)
  • Dynamische Ultraschallprüfung der OSG-Stabilität.
  • MRT bzw. CT nur in Ausnahmefällen zum Nachweis von Begleitverletzungen (Peronealsehnenläsionen, osteochondrale Frakturen, Syndesmosenverletzungen) sowie zur Determinierung einer konstitutionellen Rückfußdeformität.

Manuell gehaltene Röntgenaufnahme mit vermehrter lateraler Aufklappbarkeit des oberen Sprunggelenks

Manuell gehaltene Röntgenaufnahme mit vermehrtem Talusvorschub.

Manuell gehaltene Röntgenaufnahme des unteren Sprunggelenks mit Ausschluss vermehrter Aufklappbarkeit.

Kontakt
Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie
Rummelsberg 71
90592 Schwarzenbruck

Telefon: 09128 50-43450
Telefax: 09128 50-43260
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