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Operative Therapie

Die operative Therapie dient der Adaptation des rupturierten fibularen Kapselbandapparates in anatomischer Position durch Naht. Sie liefert bei gleicher frühfunktioneller Nachbehandlung eine der nichtoperativen Behandlung vergleichbare bis höhere Kapselbandstabilität bei einer nichtsignifikanten Tendenz zu höherer Steifigkeit und längerer Arbeitsunfähigkeit.

  • Allgemeine Indikationskriterien
    • Schweregrad der Verletzung und Begleitverletzung(en)
    • Voroperation am betroffenen fibularen Kapselbandapparat
    • Vorbestehende Instabilität
    • Verletzungszeitpunkt
    • Alter
    • Kooperation
  • Operationsindikationen
    • offene Verletzung
    • Manifestes (oder drohendes) Kompartmentsyndrom oder Hautnekrosen bei gespanntem Hämatom
    • Osteochondrale Frakturen
    • Zusätzliche Ruptur des Innenbandes (Luxatio pedis cum talo)
    • Geschlossen irreponible knöcherne Bandausrisse (bei Kindern)
    • Ein individueller Entscheid erfolgt beim Leistungssportler bzw. bei hochgradiger Instabilität (Luxatio pedis supinatoria). Für beide Indikationen gibt es jedoch keine Evidenz zugunsten der Operativen Therapie. Mehrere Studien belegen gute Ergebnisse mit konservativ-funktioneller Therapie gerade bei Sportlern, da diese eine gute muskuläre Führung aufweisen und vom Eigenreflextraining besonders profitieren.
    • Zur Behandlung der Luxatio pedis supinatoria (Ruptur aller 3 Außenbänder) gibt es bislang keine gesicherten Therapieempfehlungen, hier bleiben die Ergebnisse einer laufenden Multicenter-Studie abzuwarten.

    Wir empfehlen bei Verdacht auch eine relevante Knorpelverletzung eine diagnostische und interventionelle Arthroskopie um eventuelle Knorpelschäden so früh wie möglich mit knorpelchirurgischen Maßnahmen optimal zu behandeln.

    Arthroskopie

    Knorpelchirurgie

    Primäre offene Naht bei offener Außenbandverletzung OSG. Wegen der Weichteilverletzung musste ohnehin eine Operation erfolgen und dabei wurden die Bänder genäht.

  • Häufige Operationsverfahren

    In Abhängigkeit vom Lokalbefund kommen folgende Verfahren in Frage:

    • Direkte Bandnaht bei zentraler Ruptur
    • Transossäre Reinsertion bei ansatznahem Ausriss
    • Primäre Bandersatzoperation bei starker Auffaserung, Defektverletzung oder vorbestehender Bandinsuffizienz (Augmentation mit dem Strecksehnenretinakulum nach Broström, Periostlappenplastik, anatomische Bandplastik mit halbem Peronealsehnenspan, Plantaris longus-Sehne oder Fascia lata)
  • Mögliche Folgen und Komplikationen
    • Allgemeine Risiken und Komplikationen: Hämatom, Wundheilungsstörung, Wundinfekt, Gelenkinfekt, tiefe Beinvenenthrombose, Embolie, Gefäßverletzung, Nervenverletzung (evtl. Neurombildung), komplexes regionales Schmerzsyndrom
    • Spezielle Folgen: Bewegungseinschränkung im OSG und/oder USG, erneute Instabilität, Schmerzpersistenz, Arthrose, intraartikuläre Vernarbungen (Arthrofibrose)
  • Postoperative Maßnahmen

    Analog zur nichtoperativen frühfunktionellen Therapie:

    • Hochlagerung, Kühlung, Antiphlogistika, Analgetika, Thromboseprophylaxe entsprechend Risikoprofil bzw. bis zum Erreichen der Vollbelastung (AWMF-Leitlinie 2009)
    • Unterschenkelspaltgips für 3-5 Tage, dann Anlage einer supinationshemmenden Orthese für mindestens 5 Wochen postoperativ
    • Isometrische Übungen in der Orthese
    • Nach Abnahme der Orthese: Koordinationsschulung, Muskelkräftigung (Peroneusgruppe), Eigenreflexschulung (propriozeptives Training auf dem Therapiekreisel)
Kontakt
Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie
Rummelsberg 71
90592 Schwarzenbruck

Telefon: 09128 50-43450
Telefax: 09128 50-43260
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