Detaillierte Darstellung navigierte retrograde Anbohrung Osteochondrosis dissecans des Talus
Das Behandlungsziel bei symptomatischer Osteochondrosis dissecans (OCD) des Talus der Stadien I und II (Berndt and Harty, Hepple und Winson oder Ferkel) ist die Revaskularisierung der Läsion [4,6,9,15,16,17]. Ein Debridement des Knorpelanteils wird als Behandlungsoption bei symptomatischer Erkrankung beschrieben [1,24]. Dieses Debridement ist jedoch nur dann die beste Option, wenn das Knorpeldissektat locker oder von schlechter Qualität ist [1,15,16,17,21,24]. Subchondrale Bohrungen erlauben eine Dekompression der wahrscheinlich schmerzhaften subchondralen Gewebsverdichtung bzw. Sklerose und eine Revaskularisierung [1,8,15,16,17,21,24]. Die retrograde Bohrung erhält dabei die noch intakte Knorpeloberfläche und ist damit eindeutig besser als die antegrade Bohrung mit zwangsläufiger Zerstörung des Knorpels [7,15,16,17]. Die arthroskopisch gestützte retrograde Bohrung ist nur bei arthroskopisch sichtbaren Läsionen möglich, was bei intakter Knorpeloberfläche häufig nicht der Fall ist [15,16,17,21]. Weiterhin ist für die arthroskopisch gestützte Bohrung ein Zielbügel nötig, der nur sehr schwer und häufig mit iatrogenen Knorpelschäden im Gelenk platziert werden kann [15,16,17,22]. Eine weitere Option ist die röntgenbildverstärkergestützte retrograde Anbohrung, die aber aufgrund der schlechten Visualisierung wenig Erfolg versprechend ist [15,16,17]. Daher sehen einige Autoren auch die Indikation für ein offenes Vorgehen [20]. Dafür ist aber häufig ein ausgedehnter Zugang mit Osteotomie nötig [20]. Zur genaueren und weniger schädigenden retrograden Bohrung wurde die Computertomographie (CT) basierte Computer Assistierte Chirurgie (CAS) gesteuerte Technik beschrieben [2,7,10,19]. Die derzeit in Anwendung befindlichen CT (3D)- und Röntgenbildverstärker (BV-2D) basierten Navigationssysteme sind in Ihrer Flexibilität (3D) und Visualisierung (2D) sehr eingeschränkt [13,15,16,17]. Die Nachteile der BV (2D) basierten Technik ist das Fehlen der 3-D- Darstellung und damit der Lokalisierung des Herds [15,16,17]. Die CT (3D) basierte Technik benötigt den sehr aufwändigen und nicht mehr zeitgemäßen Vorgangs des präoperativen CTs und dann des intraoperativen Matchings [13,15,16,17]. Um die Probleme der schlechten Visualisierbarkeit mit 2D und der CT basierten Technik zu umgehen, wurde die 3D-basierte matchingfreie Technik mit intraoperativer Bildakquisition (ISO-C-3D, Siemens, München) vorgestellt [15]. Diese Methode ist machbar, exakt und zeigt sehr gute klinische Ergebnisse [14,15]. In vitro konnte die bessere Visualisierung der 3D-Technik gegenüber der 2D-Technik gezeigt werden [5]. Allerdings waren die dafür notwendigen Geräte der ersten Generation (ISO-C-3D, Siemens, München; Surgigate, Medivision Inc., Oberdorf, Schweiz & Northern Digital Inc., Waterloo, Ontario, Kanada; Medivision wurde später umbenannt in Praxim Inc., Grenoble, Frankreich) noch nicht ausgereift und daher trotz hoher Genauigkeit sehr komplex in der Bedienung und störanfällig [14,15]. Diese Geräte wurden weiter entwickelt und die folgende Gerätegeneration (ARCADIS-3D, Siemens, München; Navivision, Brainlab, Heimstetten) erlaubt einfacheres Handling und geringere Fehleranfälligkeit [16]. Um die Genauigkeit weiter zu erhöhen, wird die Verwendung möglichst dicker Bohrer empfohlen, da die Dicke des Bohrers direkt mit der Genauigkeit korreliert [11]. Die Technik der intraoperativen 3D-Bildgebung basierten navigierten retrograden Bohrung mit den aktuellen Geräten und Studienergebnisse werden beschrieben.















