Klinische Studien

Matrixassoziierte Stammzelltransplantation (MAST)

Diese Technik setzen wir seit 2009 ein und haben inzwischen sehr überzeugende Ergebnisse. Wir untersuchen alle Patienten die mit der Matrixassoziierten Stammzelltransplantation (MAST) behandelt wurden sehr genau nach. Inzwischen konnten wir durch histologische Untersuchungen beweisen, dass durch unser Verfahren eine Knnorpelstruktur mit in einer Kollagenmatrix eingebettete Knorpelzellen entstehen die der normalen Knorpelstruktur stark ähnelt (s.u.).

Die Wirksamkeit unserer Methode konnte inzwischen bei mehreren Studien bewiesen werden:

Zusammenfassung einer neueren Nachuntersuchungsstudie 2 Jahre nach MAST bei 176 Knorpeldefekten:

Einleitung
Matrix-Assoziierte Stammzelltransplantation ist eine Modifikation der AMIC (autologous matrix-induced chondrogenesis) mit potentiell höherer Konzentration von Stammzellen/multipotenter in der Matrix.  Ziel der Studie war die Analyse von Machbarkeit und 2-Jahres-Nachuntersuchungsergebnissen von MAST bei Knorpeldefekten an Fuß und Sprunggelenk.

Material und Methode
In einer prospektiven, konsekutiven, nicht-kontrollierten Studie wurden alle Patienten eingeschlossen, die zwischen 01.04.2009 und 31.03.2013 mit MAST behandelt wurden. Größe und Lokalisation der Knorpeldefekte, methodenassoziierte Probleme und Visual Analog Skala Fuß und Sprunggelenk (VAS FA) vor Behandlung und zum Nachuntersuchungszeitpunkt wurden analysiert.  MAST wurde als einzeitige Prozedur mit Debridement, Mikrofrakturierung und ggf. autologe Spongiosatransplantation im Bereich des Knorpeldefekts durchgeführt. 20ml stammzellreiche Flüssigkeit wurde mit einer Jamshidinadel (10 x 3mm, Cardinal, Dublin, OH, USA) und einer Spezialspritze (Arthrex-ACP®, Arthrex, Naples, FL, USA) vom  ipsilateral Beckenkammmarkraum gewonnen. Die Spritze wurde im OP zentrifugiert (10 Minuten, 1.500 U/min).  Mit dem Flüssigkeitsüberstand aus der Spritze wurde eine Kollagen-I/III-Matrix (Chondro-Guide®, Geistlich, Baden-Baden, Germany) imprägniert, die zuvor auf Größe des Knorpeldefekts zugeschnitten wurde.  Die Matrix wurde mit Fibrinkleber (Tissucoll, Deerfield, IL, USA) in den Knorpeldefekt eingeklebt.  Die Nachbehandlung erfolgte mit 6 Wochen 15kg Teilbelastung ohne Orthese.  Bewegungsübungen erfolgten ab dem 3. postoperativen Tag.

Ergebnisse
176 Knorpeldefekte bei 170 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen (Alter 35  (10-64), n=104 (69%) männlich).  Die präoperative VAS FA war 51,8 (18,3 -78,4).  Die Defekte waren wie folgt lokalisiert: mediale Talusschulter, n=56; laterale Talusschulter, n=60 (mediale und laterale Talusschulter, n=6), distale Tibia, n=22; posteriore kalkaneare Gelenkfacette, n=6; Metatarsophalangealgelenk, n=20.  Die Defektgröße betrug 1,5 (0,2-10) cm2.  Eine zusätzliche autologe Spongiosatransplantation (von der distalen Tibia) erfolgte bei 19 Defekten  (Talusschulter, n=14; distale Tibia, n=5).  Alle Patienten wurden nachuntersucht. Zwei Infektionen wurden registriert.  Diese wurden mit mehrfachen Debridements und Vakuumversiegelung und sekundärem Verschluss erfolgreich zur Ausheilung gebracht.  Die  VAS FA zum Nachuntersuchungszeitpunkt war 89,3 (67-100; t-Test, p=0,01).

Diskussion
MAST führte zu guten Nachuntersuchungsscores.  Keine Komplikationen wurden registriert.   Auch unter Berücksichtigung der fehlenden Kontrollgruppe wird gefolgert, dass MAST eine sichere und effektive operative Methode zur Behandlung von Knorpeldefekten an Fuß und Sprunggelenk darstellt.  Der Vorteil der MAST im Vergleich zu ACI und MACI ist die einzeitige Prozedur.  Der Vorteil im Vergleich zur AMIC ist die potentiell höhere Konzentration von Stammzellen bzw. multipotenten Zellen.  Trotz einiger überzeugender histologischer Untersuchungsergebnisse (aktuell und außerhalb der Studie) bleibt bisher unklar welches Gewebe generiert wird und ob bessere Ergebnisse als mit anderen Methoden erzielt werden.

Histologische Bilder einer Probe, die im Rahmen einer erneuten Arthroskopie aus exakt dem Bereich entnommen wurde wo 2 Jahre zuvor eine matrixassoziierte Stammzelltransplantation (MAST) erfolgte.

Die verschiedenen Bilder zeigen vitale Knorpelzellen (runde "Punkte"), die in eine Kollegenmatrix eingebettet sind.  Durch verschiedene Färbungen (HE, Toluidin, Goldner) lassen sich einseits die Knorpelzellen (HE) und andererseits die Kollagenmatrix (Toluidin, Goldner) sehr gut darstellen.

Diese Bilder beweisen, dass durch unser Verfahren eine Knnorpelstruktur mit in einer Kollagenmatrix eingebettete Knorpelzellen entstehen die der normalen Knorpelstruktur stark ähnelt.