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04.07.2019, Rummelsberg

Querschnittpatient heiratete – Antrag und Segnungsgottesdienst im Krankenhaus

Premiere im Krankenhaus: Hochzeitsglocken läuteten

Josef und Christina Rappel sorgten am Krankenhaus Rummelsberg für eine Premiere. Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Hauses läuteten die Hochzeitsglocken in der Laurentiuskapelle.

Rummelsberg.  Dank Christine und Josef Rappl erlebte das Krankenhaus Rummelsberg eine Premiere. „Eine Trauung hat es bis dato im Krankenhaus noch nie gegeben“, so Klinikseelsorger Walter Pfeufer. Nach dem Besuch auf dem Standesamt fand in der Kapelle des Krankenhauses ein Segnungsgottesdienst für die frisch Vermählten statt. Die Feierlichkeiten hatte das Team des Querschnittzentrums organisiert und damit einmal mehr unter Beweis gestellt, welch toller Spirit hier herrscht. „So etwas habe ich woanders noch nie erlebt, wie sich hier alle einbringen“, so Rappl.

Einige Wochen zuvor hatte Rappl seiner Freundin Christine den Heiratsantrag gestellt – an deren 70. Geburtstag vor versammelter Station. „Sie konnte quasi gar nicht nein sagen“ scherzt Josef. Seit 20 Jahren sind die beiden ein paar. Angefangen hat alles bei einer Single-Party in Neumarkt. Damals konnte Josef seine Füße noch einwandfrei bewegen. Seit 7. August 2018 geht das nicht mehr. Zwar kann sich der 63-jährige an den tragischen Unfall nicht mehr erinnern, aber er weiß von einem Zusammenstoß zwischen seinem Roller und einem Omnibus im oberpfälzischen Hemau. Rappl wurde direkt ins Universitätsklinikum Regensburg eingeliefert und lag vier Wochen im Komma. Querschnittlähmung, Lungenriss, eine Verletzung an der Wirbelsäule – das Schicksal traf Josef Rappl aus Beratzhausen hart.

Seit November ist Josef Rappl im Querschittzentrum heimisch geworden. Dort kämpfte er sich zurück ins Leben und dort reifte auch der Entschluss seine Freundin zu heiraten bzw. um ihre Hand anzuhalten. „Ich habe mich schon oft gefragt, warum ich diesen Schritt nicht schon früher gemacht habe. Es hat eben gedauert“, so Josef Rappl. Seit dem hat ihn seine Christine täglich besucht und Rappl schöpft auch neuen Mut. „Es muss immer vorwärts gehen. Anders geht es nicht“. Die Trauung ist zwar erst ein paar Tage her, aber schon jetzt ist die Erinnerung an den Tag unvergessen. „Da wird es einem schon anders, wenn es ernst wird. Alles hat so gut geklappt, das war das Schönste.“ Und auch das Brautauto war einmalig. Im geschmückten Bus des Arbeiter-Samariter-Bundes ging es laut hupend vom Krankenhaus ins Standesamt und dann wieder zurück. Bruder Pfeufer hielt im Anschluss einen Segnungsgottesdienst vor Verwandten und Mitarbeitern der Klinik ab, bevor es dann zu den Feierlichkeiten in den ehemaligen Speisesaal ging. Ganz vorne dabei: Josef Rappl. Mit seinem Rollstuhl und standesgemäß mit klappernden Dosen daran zog der Tross in den vierten Stock. Wann Josef aus dem Krankenhaus entlassen werden kann, steht für ihn noch nicht fest. Ein Ziel hat er sich schon mal für die Zeit danach gesetzt: „Ich möchte mal wieder ins Stadion“. Wenn der eingefleischte Bayern-Fan dann an seiner Seite mitnimmt, ist klar: „Meine Christine“. 

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Krankenhaus Rummelsberg
Dominik Kranzer
Pressesprecher
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