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24.07.2019, Rummelsberg

Wassermangel in den Sommermonaten in der Notaufnahme ein Thema – Chefarzt Dr. Eisele empfiehlt die ausreichende Flüssigkeitszufuhr nicht zu vernachlässigen

Unterschätzte Gefahr bei heißen Temperaturen: die Exsikkose

Empfiehlt gerade an heißen Tagen besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten: Chefarzt Dr. Hans-Joachim Eisele. Zwei bis drei Liter sollten mindestens getrunken werden – im Idealfall Wasser.

Rummelsberg. Während sich halb Deutschland den Kopf zerbricht, was es mit den Zitter-Anfällen von Kanzlerin Angela Merkel auf sich hat, rückt Chefarzt Dr. Hans-Joachim Eisele eine mögliche Erklärung in den Vordergrund, die bislang unbeachtet wurde: die Exsikkose. „Ich möchte mich nicht an Ferndiagnosen oder Mutmaßungen beteiligen. Fakt ist aber, dass man unter einer Exsikkose einen Wassermangel versteht, der auch zu Zitteranfällen führen kann. Gerade in den Sommermonaten sollte jeder auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten", so Eisele, der in der vergangenen Hitzeperiode vermehrt solche Fälle über die Notaufnahme am Krankenhaus Rummelsberg zu verzeichnen hatte.

Der im Volksmund ausgedrückte „Wassermangel" kommt klinisch immer dann zum Vorschein, wenn mehr Wasser vom menschlichen Körper verbraucht wird, als aufgenommen wird. „In gewissen Grenzen kann der Körper dies ausgleichen, aber wenn ein kritischer Punkt überschritten wird, können lebenswichtige Funktionen im Körper vermindert sein oder gar nicht mehr funktionieren", erklärt der Mediziner, der am Krankenhaus Rummelsberg für die Klinik für Innere Medizin und Pneumologie zuständig ist. Sehr empfindlich würden vor allem die Nieren auf einen Wassermangel reagieren, da diese „ein gewisses Blutvolumen und auch Blutdruck benötigen", um ihre Funktionen zu gewährleisten.

Symptome sind vielfältig

Die Symptome einer Exsikkose können sehr unspezifisch und vielseitig sein. „Den Angehörigen fällt der Ernst der Lage anfangs gar nicht auf. Von Kopfschmerzen, Schwindel, Zitteranfällen bis hin zur Bewusstseins-Trübung oder Koma ist alles möglich, wenn die Exsikkose nicht behandelt wird", betont Eisele. Gerade in den vergangenen heißen Wochen sei das Phänomen in seiner Klinik gehäuft aufgetreten, da sich Patienten mit diesen Symptomen in der Notaufnahme vorgestellt haben. „Die Betroffenen merken die Symptome erst nach zwei, drei Tagen. Das Flüssigkeitsdefizit wächst schleichend von Tag zu Tag – bis das empfindliche Ökosystem des Körpers dann versagt", betont Eisele. Besonders gefährdet sind in seinen Augen Kleinkinder und ältere Menschen. Oftmals reiche ein banaler Infekt, um aus dem physiologischen Gleichgewicht zu fallen. Das Gute an der Exsikkose: „Die Erkrankung kann man schnell in den Griff bekommen", so Eisele. Durch die Gabe von entsprechenden Flüssigkeiten und Elektrolyten kann der Verlust zügig ausgeglichen werden. Ist das Trinken aus verschiedenen Gründen nicht möglich, sei eine rasche Klinikeinweisung notwendig.

Ausreichend Trinken und Kaffee, Tee und Alkohol meiden

Damit es nicht zur Exsikkose kommt, hat Chefarzt Eisele praktische Tipps parat: „Mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit – am besten in Form von Mineralwasser – zu sich nehmen und viel Obst essen, da der Mensch dadurch schon einen gewissen Teil an Flüssigkeit aufnimmt. Vorsichtig sollte man mit entwässernden Flüssigkeiten wie Tee, Kaffee und Alkohol umgehen. Diese führen dazu, dass sich eine Exsikkose noch verschlimmern kann." Kleine Tricks, wie bspw. als Orientierungshilfe auf Flaschen die Uhrzeit zu schreiben, wann diese ausgetrunken sein sollten, helfen, um auch bei wenig Durstgefühl eine angemessene Flüssigkeitsaufnahme zu erzielen. Gelegentliche Blutkontrollen beim Hausarzt hinsichtlich Blutsalze und Nierenwerte tragen dazu bei, rechtzeitig zu erkennen, ob sich Flüssigkeitshaushalt, Elektrolyte und Nierenfunktion im entsprechenden Normbereich befinden.

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